Meine Lieblingsente


Jetzt, wo der Frühling bereits begonnen hat, kann ich mit meinem Hund James viel länger draussen spielen. Letzte Woche waren meine Eltern und ich am Rhein, um Stockenten zu beobachten. Das war so interessant, dass ich unbedingt etwas über diese gefiederten Freunde erzählen muss. James und ich sind zwar keine Wasserratten, aber bei dem Wetter, an dem wir die Enten beobachtet haben, sind wir richtig nass geworden!
Ich habe jetzt auch herausgefunden, wo sich die Stockenten verstecken. Wenn sie nicht gerade in Ufernähe oder im Wasser sind, finden sie Unterschlupf im Gestrüpp. Ausserdem habe ich gelernt, dass nicht jede Ente gleich ist. Entenvögel lassen sich leicht in Schwimm- und Tauchenten unterscheiden. Wenn man die Körperhaltung im Wasser, die Art der Nahrungssuche und den Abflug vom Wasser beobachtet, erkennt man schnell, um welche Art es sich handelt.
Egal ob Schwimm- oder Tauchente – mein Papa sagt, dass beide einen ruhigen Ort benötigen, um sich erfolgreich fortzupflanzen und im Frühling ihre Eier am Boden brüten zu können.
Ente ist nicht gleich Ente
Kürzlich waren wir mit unserer Schulklasse auf der Suche nach Kaulquappen. Dabei haben wir auch verschiedene Enten entdeckt. Unsere Lehrerin hat uns darauf hingewiesen, dass die Natur immer mehr verschandelt werde und dass nicht nur Entenvögel, sondern auch andere Vögel und Kleintiere kaum noch Nahrung fänden. Sie sind zudem schutzlos Feinden wie Füchsen, Mardern und Steinadlern ausgeliefert. Ohne Bäume, Hecken, Sträucher, Gräser, Kräuter und Blumen können sie kaum überleben. Sie finden keinen Schutz vor der Witterung und keinen Unterschlupf für ihre kleinen Küken.
Unsere Lehrerin erzählte uns ausserdem, dass unsere Vorfahren die Entenvögel wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Federn gejagt hätten. Aber das war eben die damalige Zeit, sagt sie. In Graubünden gibt es strenge Regeln bezüglich der Jagd, und das ist auch gut so.
Papi, was essen die denn?
Entenvögel sind Wasserflugvögel, die im oder am Wasser leben. Inzwischen habe ich meine Lieblingsente gefunden, und sie heisst Stocki. Beim Beobachten konnte ich einige ihrer Merkmale erkennen: Ihre Haltung beim Schwimmen ist lang gestreckt, mit einem leicht aufwärtsgerichteten Schwanz. Die kurzen Beine sind knapp hinter der Körpermitte angesetzt. Nicht schlecht, oder? Die Eltern von Stocki haben metallisch glänzende Armschwingen. Der Erpel – Stockis Papa – trägt einen weissen Halsring, einen grünen Kopf, einen weiss eingefassten dunkelblauen Schwanz und eine rostbraune Brust. Stockis Mama hingegen ist braun gefärbt, hat aber ebenfalls einen weiss eingefassten dunkelblauen Schwanz, genau wie der Papa.
Ein grosser Unterschied zu den Tauchenten besteht darin, dass die Schwimmenten ihre Nahrung am Boden, im oder unter Wasser aufnehmen. Am Ufer findet Stocki Samen, Wasserpflanzen und wirbellose Tiere wie Mückenlarven, Wasserkäfer, Libellenlarven und Wasserwanzen. Das alles frisst sie, wenn sie Hunger hat! Stocki taucht sogar mit dem Kopf unter Wasser, um Schnecken und Wasserflöhe zu finden. Dabei bleibt jedoch nur ihr Kopf und Hals unter Wasser; der restliche Körper ragt fast senkrecht aus dem Wasser heraus.
Ganz anders funktioniert die Nahrungssuche bei den Tauchenten. Mama sagt, dass sie – wie der Name schon verrät – ganz untertauchen.